Chronik

EVP-Vorschlag: Europäische Volkspartei gegen Verbot von Ewigkeits-Chemikalien

Die Europäische Volkspartei (EVP) schlägt in Bezug auf die als „Ewigkeits-Chemikalien“ bekannten PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) einen Kuhhandel vor. Die EU Kommission hatte einen Vorschlag für eine umfassende Beschränkung der PFAS aufgrund ihrer besorgniserregenden gesundheitlichen Auswirkungen vorgelegt. Nun deutet der Umweltsprecher der EVP, Peter Liese, an, dass die Zustimmung der EVP zum 90%-CO2-Reduktionsziel an die Bedingung geknüpft werden könnte, auf eine Beschränkung der PFAS zu verzichten. Dieser Vorschlag wird von der österreichischen Umweltorganisation GLOBAL 2000 scharf kritisiert. Sie bezeichnen diesen Deal als verantwortungslos und fordern ein rasches und umfassendes Verbot der gesamten PFAS-Gruppe.

PFAS sind eine Gruppe von Chemikalien, die weltweit vorkommen und bereits im Körper von 99% aller Menschen nachgewiesen werden können. Sie werden als „Ewigkeits-Chemikalien“ bezeichnet, da sie sich in der Umwelt und im Menschen anreichern und nur sehr langsam abgebaut werden. Einige PFAS-Substanzen sind bereits als fortpflanzungsschädigend und krebserregend eingestuft. Dennoch sind erst zwei von über 4700 verschiedenen PFAS-Substanzen in der EU verboten.

Die österreichische Umweltorganisation GLOBAL 2000 unterstützt den Vorschlag der EU Kommission für eine Gruppenbeschränkung der PFAS. Eine Einzelbewertung aller Substanzen wäre laut GLOBAL 2000 wenig zielführend, um diese schädlichen Stoffe zu kontrollieren. Nur ein Verbot der gesamten PFAS-Gruppe könne den Menschen und die Umwelt effektiv schützen.

Historische Fakten zur Thema könnten sein, dass PFAS seit den 1940er Jahren in verschiedenen Industriebereichen eingesetzt werden, unter anderem in der Textil-, Papier- und Chemieindustrie. In den letzten Jahrzehnten sind jedoch immer mehr Bedenken hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Auswirkungen aufgetaucht, was zu internationalen Diskussionen und Beschränkungen geführt hat.

Eine mögliche Tabelle mit relevanten Informationen könnte folgendermaßen aussehen:

PFAS-Substanz Verwendungszweck Gesundheitliche Auswirkungen
PFOS Imprägnierung von Textilien, Papier und Leder Schädigung von Leber, Nieren, Fortpflanzungsorganen, hormon- und immunsystemschädigend
PFOA Beschichtung von Töpfen und Pfannen, Schaumbildungsmittel in Feuerlöschschaum Schädigung von Leber, Nieren, Schilddrüse, krebserregend
PFNA Verwendung in Teflonpfannen, wasser- und schmutzabweisenden Sprays Hormonstörungen, Beeinträchtigung der Schilddrüse
PFHxS Verwendung in Textil- und Lederprodukten Hormonstörungen, Beeinträchtigung der Schilddrüse, Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Insgesamt ist die Forderung von GLOBAL 2000 nach einem umfassenden Verbot der gesamten PFAS-Gruppe vor dem Hintergrund der weltweiten Verbreitung und gesundheitlichen Risiken dieser Chemikalien nachvollziehbar. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Europäische Volkspartei zu diesem Thema positioniert und ob die österreichische Umweltministerin Gewessler die Forderungen von GLOBAL 2000 unterstützen wird.



Quelle: GLOBAL 2000 / ots

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