Gießen

Neuer sozialer Trainingskurs für straffällige Jugendliche in Gießen: Einblicke und Erfolge

Ein neuer Blick auf die Erziehung von Jugendlichen

Die Jugendkriminalität ist ein Thema, das viele Städte beschäftigt. Auch in Gießen gibt es Maßnahmen, um mehrbelasteten und straffällig gewordenen Jugendlichen zu helfen. Vanessa Lang, Kriminologin und Erziehungswissenschaftlerin, engagiert sich seit Jahren im Jugendamt der Stadt und betont die Bedeutung einer erzieherischen Herangehensweise.

Die Herausforderung des Jugendstrafrechts

Jugendstrafrecht unterscheidet sich vom Strafrecht für Erwachsene durch die Berücksichtigung des Entwicklungsstandes der Täter. Kriminologin Lang erklärt, dass jugendtypische Straftaten wie Ladendiebstahl oder Sachbeschädigung oft auf vorübergehendes Fehlverhalten zurückzuführen sind. Dennoch gibt es auch Jugendliche in Gießen, die durch wiederholte Straftaten auffallen.

Ein neuer Weg der Erziehung

Eine wichtige Maßnahme ist der soziale Trainingskurs, der in Gießen wieder eingeführt wurde. Unter der Leitung von JUKO Marburg setzen sich die Teilnehmer in Gruppen- und Einzelsitzungen mit Gewalt, Konflikten und Drogen auseinander. Dieser Kurs bietet den jungen Menschen die Möglichkeit, sich aktiv mit ihrem Fehlverhalten auseinanderzusetzen und neue Wege zu finden.

Empowerment durch Täter-Opfer-Ausgleich

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Erziehung von straffälligen Jugendlichen ist der Täter-Opfer-Ausgleich. Hier geht es darum, Verantwortung zu übernehmen und Wiedergutmachung zu leisten. Für die Opfer kann dieser Ausgleich eine Möglichkeit sein, aktiv am Klärungsprozess teilzunehmen und Konflikte zu lösen. In Gießen fanden im letzten Jahr 17 solcher Ausgleiche statt, doch Kriminologin Lang sieht hier noch Potenzial für eine weiterführende Entwicklung.

Es wird deutlich, dass die Erziehung und Unterstützung von straffälligen Jugendlichen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe ist. Durch erzieherische Maßnahmen und Empowerment-Programme können junge Menschen neue Perspektiven finden und wieder in die Gesellschaft integriert werden.

NAG

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