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Alltag einer Trümmerfrau in Dresden: „Ein Leben in Schutt und Asche“ | Universum History

Wien – In der Spieldoku „Ein Leben in Schutt und Asche – Trümmerfrau in Dresden“, die am 1. März um 22.35 Uhr in ORF 2 ausgestrahlt wird, gibt „Universum History“ Einblicke in den Alltag einer Trümmerfrau in Dresden im Jahr 1946. Der Film von Dorothea Nölle und Carsten Gutschmidt, bearbeitet von Andrea Lehner, räumt mit den Klischees einer glorifizierten Trümmerarbeit auf und zeigt die harte Realität dieser Frauen.

Der Mythos, dass vor allem Frauen nach Kriegsende freiwillig beim Wiederaufbau mitgeholfen haben, hält sich bis heute. Tatsächlich waren jedoch hauptsächlich Männer, darunter ehemalige NSDAP-Mitglieder, deutsche Kriegsgefangene und Arbeitslose, für die schwere körperliche Arbeit des Wiederaufbaus zuständig. Die etwa 500 Frauen in Dresden wurden bewusst in Szene gesetzt, um dem negativen Image der Trümmerarbeit entgegenzuwirken. Die Idee der hart arbeitenden Frau in typischen Männerberufen passte gut in das sozialistische Weltbild im Osten.

Die Spieldoku erzählt das Schicksal einer Frau namens Elli, die stellvertretend für die Trümmerfrauen steht. Elli ist aus Schlesien geflohen und in Dresden gestrandet. Ihr Mann ist im Krieg gefallen, ihre Eltern haben die Flucht nicht überlebt und sie hat ihre Schwester verloren. Um sich und ihre beiden Kinder über die Runden zu bringen, verrichtet sie notgedrungen schwerste körperliche Arbeit. Elli und ihre Familie sind bei der Familie Winkler untergebracht, einem Pensionistenpaar, das ebenfalls in großer Armut lebt. Das Verhältnis ist schwierig, denn die Dresdner lehnen die Flüchtlinge aus Polen ab, sind aber auf deren Einkünfte angewiesen. Ein Teil von Ellis Lebensmittelmarken, die sie als Trümmerfrau verdient, muss sie als Miete abgeben. Zusätzlich spitzt sich die Lage durch die Angst vor den russischen Besatzern noch weiter zu. Trotz dieser aussichtslosen Situation versucht Elli, die Hoffnung auf ein besseres Leben für sich und ihre Kinder nicht aufzugeben.

Die Doku zeigt eindrücklich die Entbehrungen und Belastungen, die das Leben der Trümmerfrauen nach dem Zweiten Weltkrieg prägten. Sie widersetzt sich den glorifizierten Nachkriegsnarrativen und ordnet die historischen Fakten wissenschaftlich ein.

In einer Tabelle sind wichtige Fakten zur Situation der Trümmerfrauen in Dresden zusammengefasst:

Jahr Anzahl der Trümmerfrauen in Dresden Männer im Trümmerdienst Hintergrund
1946 ca. 500 vorwiegend ehemalige NSDAP-Mitglieder, deutsche Kriegsgefangene, Arbeitslose Frauen wurden bewusst in Szene gesetzt, um dem negativen Image der Trümmerarbeit zu begegnen

Es wird deutlich, dass die Trümmerfrauen in Dresden eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau der Stadt spielten, jedoch nicht freiwillig und unter schwierigen Bedingungen. Ihre Arbeit war Teil einer gezielten Propaganda, um ein positives Bild der sozialistischen Gesellschaft zu zeichnen.

Das Beispiel von Elli verdeutlicht, wie sehr die Trümmerfrauen mit Armut, Verlust und Unsicherheit konfrontiert waren. Ihre Geschichte steht stellvertretend für die vielen Frauen, die in der Nachkriegszeit unter schwersten Bedingungen ums Überleben kämpften.

Die Spieldoku „Ein Leben in Schutt und Asche – Trümmerfrau in Dresden“ bietet somit einen interessanten Einblick in die Realität der Trümmerfrauen und ordnet diese in den historischen Kontext ein.



Quelle: ORF / ots

ORF

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