Nürnberg

BGH-Urteil: Mieter verlieren Recht auf Reparaturen aus Kaution – Wie Vermieter davon profitieren

Neue Chancen für Vermieter: BGH-Urteil stärkt Flexibilität bei der Abrechnung von Kautionen

In einem aktuellen Urteil hat der Bundesgerichtshof (BGH) die Rechte von Vermietern gestärkt und ihnen mehr Flexibilität bei der Abrechnung von Kautionen eingeräumt. Bisher konnten Vermieter nur innerhalb von sechs Monaten Schadensersatzansprüche aus dem Kautionssaldo geltend machen. Doch das BGH-Urteil erlaubt nun Vermietern, auch nach Ablauf dieser Frist Schadensersatz in bar zu fordern, anstelle einer Reparatur.

Der Deutsche Mieterbund sieht das Urteil kritisch und betont, dass Mieter nun stärker auf eine schnelle und klare Abwicklung ihrer Kautionen angewiesen sind. Auch die Möglichkeit, Schadensersatzansprüche vor Gericht zu klären, ist für Mieterinnen und Mieter eine zusätzliche Hürde.

Die Immobiliensiedlungshaus und Grund begrüßte hingegen das Urteil als Chance für private Wohnungsbaugesellschaften, flexibler mit Schadensersatzansprüchen umzugehen. Dennoch wird dringend empfohlen, alle sichtbaren Schäden bei der Übergabe der Wohnung genau zu dokumentieren, um Diskrepanzen bei der Abrechnung zu vermeiden.

Generell müssen Vermieter innerhalb von sechs Monaten nach der Wohnungsübergabe ihre Schadensersatzansprüche geltend machen. Eine Ausnahme gilt nur für gleichartige Ansprüche, die auch nach Ablauf der Frist gestellt werden können, vorausgesetzt, sie beziehen sich auf denselben Geldbetrag wie die Kaution.

Das BGH-Urteil betont die Bedeutung der Gleichartigkeit von Ansprüchen, sei es für monetären Schadensersatz oder die Wiederherstellung des beschädigten Gegenstandes. Während lokal Gerichte unterschiedliche Ansichten vertreten, hat der BGH klargestellt, dass die Frist für die Geltendmachung von Ansprüchen nicht ausschlaggebend ist.

Das Urteil des BGH schafft somit neue Spielräume für Vermieter und Mieter gleichermaßen, wirft aber auch die Frage nach einer gerechten und transparenten Abwicklung von Schadensersatzansprüchen auf. Es bleibt abzuwarten, wie Vermieter und Mieter zukünftig mit dieser neuen rechtlichen Situation umgehen werden.

NAG

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