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Flüchtlinge in Wien warten auf Verbleib in Österreich – Train of Hope unterstützt im Communitycenter

Geflohene Menschen, die in Österreich Schutz suchen, müssen oft lange auf eine Entscheidung über ihren Verbleib warten. Im Communitycenter der NGO Train of Hope in Wien finden viele dieser Menschen vorübergehend eine Zuflucht. Das Zentrum wird durch Spenden und eine Teilfinanzierung des Fonds Soziales Wien unterstützt. Allerdings sind die Gelder für das laufende Jahr noch nicht bewilligt worden. Die Einrichtung bietet Unterstützung und Beratung für Geflohene aus der Ukraine, die oft davon ausgehen, dass ihr Aufenthalt in Österreich von langer Dauer sein wird.

Das Communitycenter bietet verschiedene Aktivitäten an, um den Menschen die Zeit zu vertreiben. Zum Beispiel spielen ältere Herren täglich Schach, während im Deutschkurs im zweiten Stock der Frauenanteil hoch ist. Die Teilnehmerinnen schätzen besonders die Zweisprachigkeit des Kurses. Im ersten Stock gibt es einen großen Kinderspielraum, der den Kindern Raum zum Spielen bietet, während ihre Eltern an Aktivitäten teilnehmen können.

Ein Grund für die Nutzung des Zentrums ist die beengte Wohnsituation der meisten Ukraine-Vertriebenen in Österreich. Rund 80 Prozent der Geflohenen leben immer noch in improvisierten Unterkünften, die ihnen von solidarischen Menschen zur Verfügung gestellt wurden. Diese Wohnverhältnisse führen oft zu einer Unzufriedenheit unter den Bewohnern, da sie aufgrund des Platzmangels ihre Gastgeber stark belasten.

Die Wohnsituation ist nur ein Teil eines größeren Problems. Die rechtliche und sozialstaatliche Lage der Ukraine-Vertriebenen hat sich seit Beginn der Fluchtbewegung kaum verbessert. Obwohl den Geflohenen anfangs genügend Absicherung gewährt wurde, fehlt es jetzt an Unterstützung für eine langfristige Existenzgründung in Österreich. Ein Beispiel dafür ist eine alleinerziehende Frau, die Teilzeit arbeitet, aber möglicherweise bald ihren Job verlieren könnte. Da der Kriegsvertriebenenstatus der EU ihren Zugang zur Sozialhilfe ausschließt, müsste sie eine neue Arbeitsstelle finden, um nicht in die Grundversorgung zurückzufallen.

NGOs, die mit Ukraine-Vertriebenen arbeiten, fordern dringend Änderungen in der rechtlichen und sozialen Absicherung dieser Menschen. Die Überführung in ein festes Aufenthaltsregime und die Einbeziehung in die Sozialhilfe könnten Abhilfe schaffen. Das Innenministerium arbeitet derzeit an Maßnahmen, konnte aber noch keine genauen Informationen dazu geben. Laut Zentrumsleiterin Nina Andresen verarmen viele Ukraine-Flüchtlinge in Österreich und leiden unter den psychischen und sozialen Folgen. Durch eine bessere Absicherung könnten diesen Menschen geholfen werden.

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