Salzburg

Gemeindewahlen in Salzburg: Analyse der überraschenden Stichwahl-Ergebnisse

Die Gemeindewahlen in Salzburg sind abgeschlossen und somit stehen auch die kommunalpolitischen Rahmenbedingungen für die nächsten fünf Jahre in den 119 Salzburger Gemeinden fest. In der heutigen Stichwahl gab es einige Überraschungen und Besonderheiten. Die Wahlbeteiligung war in allen 14 Stichwahlgemeinden im Vergleich zum ersten Wahlgang vor zwei Wochen geringer und sank im Durchschnitt um vier Prozent. Besonders stark war der Rückgang in Oberalm und Bad Hofgastein, während Neukirchen am Großvenediger nur einen Rückgang von knapp einem Prozent verzeichnete.

Eine interessante Entwicklung ist, dass noch nie seit der Einführung der Bürgermeisterdirektwahl im Jahr 1994 so vielen Zweitplatzierten des ersten Wahlgangs der Sieg in der Stichwahl gelungen ist. Zu diesen Gemeinden gehören unter anderem Puch, Bad Vigaun, Strobl und Forstau. Die größte Aufholjagd fand in Puch statt, wo die zukünftige Bürgermeisterin einen Vorsprung von 8,7 Prozentpunkten gegenüber dem führenden Kandidaten im ersten Wahlgang erreichte.

Außerdem gibt es jetzt insgesamt 14 Bürgermeisterinnen in Salzburg. Nach der ersten Wahl standen bereits elf Ortschefinnen fest und mit dem heutigen Abschluss sind es 14. In keinem Bezirk außerhalb der Landeshauptstadt gibt es mehr keine Bürgermeisterin. In Flachgau gibt es sechs Bürgermeisterinnen, während im Tennengau nur eine Bürgermeisterin in der Gemeinde Puch regiert.

In der Flachgauer Gemeinde Schleedorf gab es eine knappe Entscheidung in der Stichwahl, bei der erstmals die Kandidaten von ÖVP und FPÖ gegeneinander antraten. Die ÖVP-Kandidatin Martina Berger setzte sich mit einem Vorsprung von 3,6 Prozentpunkten durch. Die deutlichste Mehrheit bei den zukünftigen Bürgermeistern gab es in der Stadt Salzburg, Oberalm, Bad Hofgastein und Bad Gastein, wo alle Kandidaten mehr als 63 Prozent der gültigen Stimmen erhalten haben.

Nach dem Abschluss der Stichwahlen steht fest, dass in Zukunft 87 Bürgermeisterämter von ÖVP-Kandidaten, 23 von der SPÖ, zwei von der FPÖ und sieben von sonstigen Listen ausgeübt werden. In den 14 Duellen der Stichwahlen hat die SPÖ sechs, die ÖVP fünf und die FPÖ eines sowie sonstige Listen zwei für sich entscheiden können.

In der Stadt Salzburg gab es einige Überraschungen beim Wählerverhalten. Der SPÖ-Kandidat Bernhard Auinger konnte seine Wähler mobilisieren und vor allem in den Stadtteilen gewinnen, wo der Anteil der ÖVP-Wähler im ersten Wahlgang höher war. Interessanterweise gibt es kaum einen Zusammenhang zwischen dem Abschneiden der beiden Kandidaten und dem Stimmanteil der FPÖ. Es ist anzunehmen, dass viele FPÖ-Wähler zu Hause geblieben sind.

Bernhard Auinger hat in 145 von 154 Wahlsprengeln in der Stadt Salzburg gewonnen. Bemerkenswert ist, dass es im Wahllokal „Malteser Hospitaldienst“ einen Gleichstand an Stimmen zwischen den Kandidaten gab. Beide erreichten dort exakt 91 Stimmen.

Das Ergebnis für den zukünftigen Bürgermeister der Stadt Salzburg ist das zweitbeste in der Historie, nur im Jahr 2014 konnte Bürgermeister Heinz Schaden mit 68,9 Prozent der gültigen Stimmen eine Stichwahl noch höher gewinnen.

Die Stichwahlbeteiligung in der Landeshauptstadt lag bei 45,9 Prozent, der zweithöchste Wert bei einer Stichwahl. Im Jahr 1999 gingen sogar 50,9 Prozent zur Wahl, als Heinz Schaden erstmals zum Bürgermeister gewählt wurde.

Im folgenden eine Übersicht der Ergebnisse:

Partei Anzahl der Bürgermeisterämter
ÖVP 87
SPÖ 23
FPÖ 2
Sonstige 7

Insgesamt war die heutige Stichwahl ein entscheidendes Ereignis für die kommenden fünf Jahre in Salzburgs Gemeinden. Besonders die Bürgermeisterinnen, die Aufholjagd der Zweitplatzierten und das Wählerverhalten in der Stadt Salzburg sind hervorzuheben.

Weitere Informationen zu den Bürgermeisterstichwahlen finden Sie unter [Link zur entsprechenden Quelle].



Quelle: Land Salzburg

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