Salzburg

Ostern in Salzburg: Traditionen und Bräuche der Karwoche – Spektakuläres Rennen und kunstvolle Eier

Palmsonntag, Gründonnerstag, Kreuzigung und Auferstehung von Jesus. Ostern ist das höchste Fest des Christentums und der Höhepunkt im Kirchenjahr. Egal ob mit der Familie oder in der Gemeinde: Die Salzburgerinnen und Salzburger verbinden mit der Karwoche ganz besondere Erlebnisse, bei der gefärbte Eier, ein „süßes“ Lamm oder der Schoko-Hase nicht fehlen dürfen.

Von Abtenau bis Zell am See gibt es viele Traditionen während der Karwoche. Die bekanntesten sind mit Sicherheit die „Ratschen“-Kinder oder auch die Antlasseier. Diese Eier werden von den Hennen am Gründonnerstag oder Karfreitag gelegt und sind Schutz und Segensbringer für Heim und Familie. Etliche Traditionen gibt es in Salzburg aber nur vereinzelt, teilweise sind sie sogar einzigartig. Das Landes-Medienzentrum hat sich sechs besondere Bräuche im Land während der Osterzeit näher angesehen.

Diese Tabelle gibt einen Überblick über die sechs besonderen Osterbräuche in Salzburg:

Ort Brauch
Kuchl Esel „Lucky“ führt den Palmumzug an
Berndorf Vorösterliches Pilgern auf dem Europäischen Pilgerweg „Via Nova“
Liefering Speisenweihe an verschiedenen Orten im Stadtteil
St. Johann Geweihtes Holz als Schutz vor Unwetter
Fusch Kunstvolle Ostereier-Gestaltung von Mariloise Jordan
Wölting (Tamsweg) Traditionelles „Gones“-Rennen am Ostermontag

Esel „Lucky“ führt den Palmumzug in der Tennengauer Gemeinde Kuchl an. Seit rund 25 Jahren geht der Esel von Landwirt Matthias Ramsauer am Palmsonntag voran. Dieser Brauch entstand, weil es nie einen richtigen Palmumzug in Kuchl gab. Zusammen mit dem damaligen Pfarrer kam die Idee auf, einen Esel voranzuschicken, und seitdem laufen die Menschen ihm nach und es entsteht jedes Jahr ein schöner Umzug. Dabei spielt das Wetter keine Rolle, der Esel geht bei Regen oder Schnee.

Am Dienstag pilgern rund 90 Männer und Frauen auf dem Europäischen Pilgerweg „Via Nova“ 20 Kilometer von Berndorf nach Köstendorf. Gerade in der Karwoche verspüren viele Menschen den Wunsch nach Spiritualität und innerer Einkehr, und das Gehen kann dabei viel Positives auslösen. Der Pilgerweg „Via Nova“ im Flachgau liegt direkt vor der Haustür und eignet sich daher perfekt als Einstieg zum Pilgern.

Am Karsamstag Nachmittag findet seit einigen Jahren in Salzburg-Liefering eine Speisenweihe an verschiedenen Orten im Stadtteil statt. Diese Tradition wurde während der Corona-Pandemie ins Leben gerufen, als es aufgrund der Beschränkungen nur wenigen Gläubigen möglich war, in die Kirche zu gehen. Deshalb wurde die Speisenweihe an unterschiedlichen Plätzen organisiert.

In der Pongauer Bezirkshauptstadt St. Johann steht am Ostersonntag schon früh morgens um 5 Uhr ein vom Pfarrer geweihtes Osterfeuer vor der Kirche. In das Feuer werden mit einem Stiel Holzstücke gehalten und angebrannt. Die Familien nehmen diese angebrannten und geweihten Stücke dann mit nach Hause, um bei einem Unwetter das besondere Holzstück in den Ofen zu legen und anzuzünden, damit das Haus vor Blitz oder Hagel geschützt wird.

Mariloise Jordan gestaltet in Fusch an der Großglocknerstraße seit Jahrzehnten filigrane Kunstwerke, zum Beispiel aus Ostereiern. Sie begann bereits als Kind mit dem Verzieren und Bemalen der Eier und entwickelte ihre Fähigkeiten bis ins hohe Alter weiter. Ihre bevorzugten Motive sind Blumen, aber sie gestaltet auch gerne Bilder oder Eier mit christlichen Symbolen.

Im Tamsweger Ortsteil Wölting wird der Ostermontag traditionell mit dem „Gones“-Rennen abgeschlossen. Bei diesem österlichen Fangspiel versucht der Gänserich, den Rücken zu einer Reihe von Pärchen, die Frau zu erwischen. Wenn es ihm gelingt, wird der vormalige Läufer zum neuen „Gones“. Neben der Unterhaltung und dem Spaß diente das Rennen in früheren Zeiten auch der Kontaktaufnahme zwischen Männern und Frauen. Dieser Brauch wird heute noch von der Dorfgemeinschaft in Wölting gepflegt, früher gab es ihn jedoch im gesamten Bezirk.

Dies sind nur einige der vielen Osterbräuche, die in Salzburg während der Karwoche gefeiert werden. Jeder Ort und jede Region hat ihre eigenen Traditionen und Rituale, die das Osterfest zu einem besonderen Erlebnis machen.

Übersetzung: Landes-Medienzentrum / LK_240321_90 (msc/ap)



Quelle: Land Salzburg

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