ÖsterreichPolitik

Simon-Wiesenthal-Preise: Dialogprojekt ‚LIKRAT – Lass uns reden!‘ gewinnt Hauptpreis

Simon-Wiesenthal-Preis verliehen: Auszeichnung für zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus und Holocaust-Aufklärung

Im österreichischen Parlament wurde zum dritten Mal der Simon-Wiesenthal-Preis für zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus und zur Aufklärung über den Holocaust vergeben. Die Verleihung fand am 12. März 2024 statt, bei der Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und Juryvorsitzende Katharina von Schnurbein den Hauptpreis in Höhe von 15.000 Euro an das Dialogprojekt „LIKRAT – Lass uns reden!“ überreichten. Dieses Projekt bringt jüdische und nichtjüdische Jugendliche und junge Erwachsene zusammen, um antisemitische und antijüdische Stereotype aufzulösen und ein pluralistisches Bewusstsein zu fördern.

Auch weitere Preise gingen nach Spanien und Österreich. Den Preis für zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus erhielt die Asociación Cultural Mota de Judíos aus Spanien. Das Dorf Castrillo Matajudios hat seinen Namen offiziell wieder in Castrillo Mota de Judíos geändert, um seine jüdischen Ursprünge zu ehren. Die in Österreich ansässige Organisation CENTROPA wurde für ihr zivilgesellschaftliches Engagement bei der Aufklärung über den Holocaust ausgezeichnet. CENTROPA dokumentiert die Erinnerungen von Zeitzeugen und die jüdischen Lebenswelten vor dem Zweiten Weltkrieg, vor allem in der Ukraine.

Im Rahmen der Preisverleihung wurden auch zehn Zeitzeugen aus sechs verschiedenen Ländern für ihren Beitrag zur Antisemitismus-Prävention geehrt. Darunter waren Helga Feldner-Busztin, Jeno Friedman (USA), Octavian Fülöp (Rumänien), Naftali Fürst (Israel), Maria Gabrielsen (Norwegen), Viktor Klein, Otto Nagler (Israel), Katharina Sasso, Liese Scheiderbauer und Marian Turski (Polen).

Insgesamt wurden dieses Jahr 197 Bewerbungen aus 30 Ländern beim Nationalfonds eingereicht. Im letzten Jahr wurde der Simon-Wiesenthal-Preis an die israelische Initiative Zikaron BaSalon verliehen. Diese Initiative ermöglicht es, dass Zeitzeugen und Interessierte in Wohnzimmer-Atmosphäre zusammenkommen und die Überlebenden ihre Erinnerungen an die Zeit des Holocaust teilen.

Der Simon-Wiesenthal-Preis ist dem Andenken an den Architekten, Publizisten und Schriftsteller Simon Wiesenthal gewidmet, der maßgeblich zur Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus beigetragen hat. Seit seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Mauthausen hat er sich der Erinnerung an die Opfer des Naziterrors verschrieben.

Für weitere Informationen zu den Nominierten und den Gewinnern des Simon-Wiesenthal-Preises aus dem Jahr 2023 gibt es auf der Webseite des Nationalfonds entsprechende Verlinkungen.

Themen: Parlament und Demokratie.

Quelle: Simon Wiesenthal Preisverleihung 2024 (Website des Nationalfonds)

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"