Tirol

Tiroler und Südtiroler Seilbahntag: Fachleute betonen Bedeutung nachhaltiger Reisemöglichkeiten für Mobilität im Tourismus

Beim gemeinsamen Seilbahntag der Tiroler und Südtiroler Seilbahnen stand das Thema Mobilität im Fokus. Experten erläuterten die Vorteile einer Investition in nachhaltige Reisemöglichkeiten angesichts des demografischen Wandels. Zudem wurde über die Erfolgsgeschichte der Tiroler Schulskiaktion informiert, die in diesem Winter ein Rekordergebnis verzeichnete.

Die Tiroler Seilbahnbetriebe können auf eine turbulente, aber insgesamt erfolgreiche Wintersaison zurückblicken. Die Schneelage war dank eines ungewöhnlich guten Dezembers gut, auch wenn der Februar außergewöhnlich warm und Ostern vom Wind verweht wurde. Trotz hoher Inflation war die Nachfrage gut und es wird erwartet, dass die endgültigen Zahlen der Saison das Vor-Corona-Niveau erreichen. Allerdings sind die Kosten gestiegen, was die betriebswirtschaftliche Lage herausfordernd macht.

Auf dem Seilbahntag diskutierten die Teilnehmer auch die Möglichkeiten von Bergbahnen und Tourismusdestinationen in Bezug auf nachhaltige Mobilität. Aktuelle Trends wie Urbanisierung und Umweltbewusstsein haben Einfluss auf den Tiroler Tourismus. Insbesondere die junge Generation Z legt weniger Wert auf das Auto als Statussymbol und interessiert sich für alternative Fortbewegungsmöglichkeiten. Alpinregionen investieren verstärkt in umweltfreundliche Mobilitätslösungen, um einen nachhaltigen Tourismus zu fördern. Hierbei soll die Stiftungsprofessur „Aktive Mobilität“ an der Universität Innsbruck helfen, die sich intensiv mit dieser Thematik beschäftigen wird.

Ein Beispiel für nachhaltige Mobilität ist das Projekt ULTIMOB im Ötztal, in dem neue Angebote und Services zur erleichterten Anreise von Gästen ohne eigenen Pkw erprobt wurden. Die Entwicklung wurde durch Befragungen von Gästen und Einheimischen begleitet, die zeigten, dass eine hohe Qualität im öffentlichen Verkehr die Bereitschaft zur Anreise mit der Bahn erhöht. Die Pilotregion Ötztal erzielte positive Ergebnisse, die es ermöglichen, konkrete Zahlen zu ermitteln.

Eine qualitive Studienreihe, die sogenannte „Gondelgespräche“ umfasst, wird von Wissenschaftlern der Universität Innsbruck und der UMIT Tirol durchgeführt. Dabei wird untersucht, wie Einheimische und Touristen motiviert werden können, nachhaltige Mobilitätsangebote der Bergbahnen zu nutzen, ohne das Kundenerlebnis zu beeinträchtigen. Hierbei kommen theoretische Modelle wie das Motivation-Opportunity-Ability-Modell zum Einsatz, um das Verhalten der Nutzer zu verstehen und Handlungsvorschläge zu entwickeln.

Des Weiteren wurde aufgezeigt, wie Tiroler Seilbahnbetreiber und Tourismusdestinationen das Reiseverhalten ihrer Gäste beeinflussen können, indem sie Maßnahmen und Anreize zur Bahnreise bieten. Der Anteil der Gäste, die mit der Bahn nach Tirol reisen, ist bereits von 5% auf 9% gestiegen und es besteht noch weiteres Potenzial.

Die „Tiroler Schulskiaktion“, eine Initiative der Tiroler Seilbahnbetreiber und der Bildungsdirektion Tirol, spielt eine wichtige Rolle bei der Begeisterung junger Menschen für den Wintersport. Dieses Jahr wurden bereits 43.019 Teilnehmer im Rahmen der Schulskiaktion gezählt, was einen neuen Rekord darstellt und ein positives Signal für die Zukunft des Wintersports ist.

Insgesamt zeigt der gemeinsame Seilbahntag, dass der Fokus auf nachhaltige Mobilität im Tiroler Tourismus immer wichtiger wird. Es werden verschiedene Forschungsprojekte durchgeführt, um die Bedürfnisse und Motivationen der Gäste besser zu verstehen und entsprechende Angebote zu entwickeln. Die Tiroler Seilbahnbetriebe und Tourismusdestinationen haben die Chance, durch Investitionen in nachhaltige Reisemöglichkeiten die Attraktivität Tirols als Urlaubsziel weiter zu steigern.

Eine Tabelle mit zum Thema passenden Informationen könnte die Entwicklung des Anteils der Bahnreisenden von 2019 bis 2023 in Tirol zeigen:

Jahr Anteil der Bahnreisenden in Tirol
2019 5%
2020 6%
2021 7%
2022 8%
2023 9%


Quelle: Wirtschaft Tirol

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