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Greenpeace kritisiert Förderungen im Baukonjunktur-Paket und fordert mehr Fokus auf Sanierungen

Greenpeace kritisiert das Baukonjunkturpaket der österreichischen Regierung, da durch die geplanten hohen Förderungen im Neubau weiterhin große Flächen an Boden versiegelt werden sollen. Mit einem Budget von 780 Millionen Euro soll deutlich mehr Geld in den Neubau als in die Sanierung bestehender Gebäude fließen. Obwohl im Paket eine Verpflichtung zum mehrgeschossigen Bau festgelegt ist, fehlen weitere ökologische Förderkriterien für Neubauten. Greenpeace betont, dass die Sanierungsquote in Österreich bei weniger als zwei Prozent liegt, während gleichzeitig über ein Drittel aller Gebäude im Land saniert werden müssten. Die Umweltschutzorganisation bewertet es als unverantwortlich, in Zeiten von Klima- und Artenkrise mehr Fördergelder für Neubauten als für Sanierungen bereitzustellen.

Das Baukonjunkturpaket sieht vor, dass der Neubau mit 780 Millionen Euro gefördert wird, während für Sanierungen lediglich 220 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Greenpeace begrüßt zwar, dass ausschließlich mehrgeschossige Gebäude und gemeinnütziger Wohnbau gefördert werden sollen, bedauert jedoch, dass weitere ökologische Förderkriterien, wie beispielsweise verpflichtende Photovoltaikanlagen, in dem Paket fehlen.

Positiv bewertet Greenpeace allerdings die Vereinfachung der Leerstandsabgabe im Baukonjunkturpaket. Die Länder erhalten die Möglichkeit, die Leerstandsabgabe auf Landesebene zu erheben. Laut Wohnstatistik standen im Jahr 2021 fast jede siebte Wohnung in Österreich leer. Greenpeace fordert daher, dass Leerstände möglichst rasch identifiziert und anschließend in allen Bundesländern verpflichtende Leerstandsabgaben eingeführt werden.

Hier ist eine Tabelle mit Informationen zur finanziellen Aufteilung des Baukonjunkturpakets:

Bereich Förderbudget (in Millionen Euro)
Neubau 780
Sanierung 220

Die Kritik von Greenpeace am Baukonjunkturpaket der Regierung zeigt die Bedenken der Umweltschutzorganisation hinsichtlich der weiteren Bodenversiegelung durch den Fokus auf den Neubau. Die hohe Anzahl an leerstehenden Wohnungen in Österreich verdeutlicht zudem den dringenden Handlungsbedarf in Bezug auf die Leerstandsabgabe. Umweltschutz und Nachhaltigkeit sollten bei der Förderung und Entwicklung des Bauwesens eine zentrale Rolle spielen, um den Herausforderungen des Klimawandels und des Artenschutzes gerecht zu werden.



Quelle: Greenpeace / ots

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