Satire

Agentur für Arbeit: Operation Humorkraft und Die Lachtränen der Bürokratie

Die anspruchsvolle Mission der „Agentur für Arbeit“

„Hallo? Ist das die Agentur für Arbeit? Ich habe da noch so’n alten Teebeutel, den würde ich gerne als Praktikant vermitteln. Gibt’s dafür Gelder?“ Ad absurdum geführt, ist das ungefähr das Niveau, auf dem sich die vielgepriesene „Agentur für Arbeit“ bewegt. Strahlend wie ein Schmorbraten am helllichten Tag betritt man das Gebäude und dann geht es los. Der Spaß kann beginnen!

Willkommen in der verrückten Welt der Bürokratie!

Der erste Ironiekrampf trifft einen sofort im Eingangsbereich. Da prangert groß ‚Arbeit finden‘ – in einen digitalen Foto-Rahmen gerahmt. Welch heitere Ironie in der Welt der Arbeitslosigkeit. Gefolgt von dem charmant auf Schnippischkeit gebürsteten Satz: „Wir bemühen uns, Ihren Aufenthalt so kurz wie möglich zu gestalten.“ Da ist sie – die Tragikomödie der Leistungsgesellschaft. Wer zum Teufel würde sich in der Agentur für Arbeit länger als nötig aufhalten wollen?! Es sei denn, man ist Sado-Maso-Fan oder findet Gefallen an Kafkaesker Bürokratie.

Die unendliche Schlange des Wartens und Haderns

Da sitzt man also, zwischen all den Verzweifelten, den Hoffnungsvollen, den Frustrierten. In einer an Brecht’s episches Theater erinnernden Szenerie von Warteszahlen und Papierkram. Der Verzweifelungs- und Aggressionspegel steigert sich mit jeder gezogenen Nummer. Schon der Gedanke daran, dass die beste Strategie darin bestehen könnte, sich selbst als verschimmelter Kohlrabi zu tarnen, um so schneller aus diesem kafkaesken Alptraum entlassen zu werden, ist in sich schon ein Brüller. Herzhaftes Lachen ist allerdings unangebracht, das könnte die Wettbewerbssituation verschärfen.

Der gnadenlose Berater hinter dem Schreibtisch

Haben Sie es dann erstmal geschafft, Ihre Nummer aufleuchten zu sehen und betreten das Bureau Ihres „persönlichen Beraters“, eröffnet sich die nächste Stufe der Absurdität. Die als „Vermittlungsgespräch“ getarnte Tarnkappe des bürokratischen Horrors. Sie sitzen einem Menschen gegenüber, der Ihre berufliche Zukunft mit dem gleichen Enthusiasmus analysiert, als würde er sich eine Werbesendung über Fensterdichtungen ansehen. Der Blick des Amtsbüttels ist leer, seine Fragen generisch. Seine Gestik hat viel von einem ausgebrannten Bühnenschauspieler, der seine Rolle schon viel zu oft verkörpert hat.

Die endlosen Formulare

Jeder Schritt, den Sie in der Agentur für Arbeit machen, erfordert mindestens ein halbes Dutzend Formulare, Anträge und Checklisten. Es ist, als ob jemand ein ganzes Bürokratie-Universum erschaffen hat, um den gesamten Lebensinhalt auf Papier zu reduzieren. Sie müssen einen Antrag stellen, um einen Antrag stellen zu können. Sie müssen einen Bericht über ihre Bewerbungsaktivitäten einreichen, der länger ist als ein neuer Roman von George R.R Martin. Und dann gibt es noch diese verwirrenden Formulare mit Nutzungsbedingungen. Obwohl, die Umstände hier könnten einen in Erwägung ziehen lassen, den eigenen Verstand aufzugeben und eine Karriere als Insel-Heremit zu beginnen.

Ein Zeitalter zum Vergessen

Wer die Zeit hier noch mit dem Ansatz eines Lächelns übersteht, ist entweder ein Meister des schwarzen Humors oder ganz tief in den Abgründen der Verzweiflung gesunken. Doch keine Angst, denn am Ende wird die gesamte Erfahrung von der Realität übertroffen. Sie erhalten einen Vorschlag für einen Job, der eines day-glo-orange Anzugs und einer lachenden Clownsfarbe würdig wäre. Ein Job, für den Sie nicht einmal qualifiziert sind und der nichts mit Ihren Interessen oder Fähigkeiten zu tun hat. Herzlichen Glückwunsch! Sie sind jetzt ein zertifizierter Sägeblattbehandler auf hoher See.

Die Agentur für Arbeit? Ein verzweifelter Versuch, einen chaotischen Arbeitsmarkt zu zähmen, der nur mit übergroßen Clownsschuhen antritt. Ein bedauernswerter Ort voller Menschen, die sich durch die Sisyphusarbeit der Bürokratie quälen. Und der perfekte Ort, um eine bittere Komödie der menschlichen Absurdität zu erleben. Hier ist sie, die Tragikomödie unserer Leistungsgesellschaft. Prost, meine Damen und Herren, die Show ist noch lange nicht vorbei!

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