Satire

Bons & Befugnisse: Der ach so heitere Wahnsinn der Wunschgutscheine

Ah, der Wunschgutschein. Oder auch „Ich hatte keine Lust ordentlich nachzudenken, also nimm das“. Ja, liebe Leser, wir sprechen heute über das ungestüme Kind der kapitalistischen Komfortzonen mit Pseudo-Herzlichkeit eingepackt, das jeden individualistischen Anspruch auf ein Geschenk durch den Papierschredder wirft.

Wenn bestell/kauf dir etwas Schickes als Synonym für unsere lakonischen Bindungen zu Freunden, Familie und Liebhabern steht, ist der Wunschgutschein die genialste Lösung – so ausgeklügelt wie die Anleitung einer IKEA Kommode. (Nein, das ist nicht schwer, man muss nur eine Seite drehen).

Laut Wikipedia ist ein Gutschein "ein Dokument, das einen Anspruch auf eine Leistung, im weitesten Sinne eine Urkunde".
Didaktisch rein – ganz mein Humor. So oder so, der Wunschgutschein ist das ultimative Schwert im Arsenal jedes fortschrittlichen Beziehungsfaulen, das sich unter dem Banner „Die Macht der Wahl“ präsentiert. Bitte verschonen Sie uns.

Ich bitte Sie, welches Ausmaß an persönlicher Faulheit und mangelnder Kreativität manifestiert sich in der Symbolik des Wunschgutscheins? Für diejenigen, die sagen: „Oh, aber es ist praktisch“, lass mich erklären: Ein Wunschgutschein ist ein Symbol für das absolute Scheitern als Geschenkgeber. Es ist der Beleg dafür, dass Sie die kühle, sterile Ästhetik eines Supermarktes über die Wärme menschlicher Beziehungen stellen.

Befürworter des Wunschgutscheins werfen ein:"Aber was ist, wenn du nicht weißt, was sie wollen?"
Also, hier ist eine verrückte Idee: SCHAU HIN. Höre zu. Sei da. Biete ihnen Respekt, Zuneigung und Verständnis, anstatt sie zu einem Einzelhandelsastronauten in einem Universum der Willkür zu machen.

Kritiker jedoch werfen vor, "Am Ende verfallen die Gutscheine sowieso oder landen in irgendeiner Schublade".
Wirf einen Stein und du triffst einen ‚Geschenk-Gutschein-Verlierer‘, den Wunschgutschein, der schreit: Ich bin nicht kreativ genug, um ein echtes Geschenk zu machen oder – Oh Gott, noch besser – Ich kenne dich eigentlich nicht gut genug, um zu wissen, was dir gefällt.

Laut Scrooge McInternet: "Die durchschnittliche Person verschwendet jedes Jahr etwa 47,60 € in nicht verwendeten Gutscheinen".
Also entweder sind wir ein Haufen Geld verschwendender Dummköpfe, oder der Wunschgutschein ist eine riesige Mainstream-Falle – der „Ich liebe dich, aber nicht genug, um herauszufinden, was du wirklich willst“-Zettel.

Sagen Sie, was Sie wollen, aber die Nicht-Personalität des Wunschgutscheins hat das Potential, Unermessliches zu enthüllen. „Oh, du wolltest dieses Buch? Nimm lieber diesen Wunschgutschein und kauf es selbst!“ (Dankeschön, ich habe schon immer davon geträumt, für meine Geschenke in die Schlange zu stehen. Wirklich, du bist zu gütig).

Kurz gesagt, der Wunschgutschein ist das Geschenk, das sagt: „Ich möchte, dass du denkst, ich habe nachgedacht. Aber in Wirklichkeit war ich im Supermarkt und habe auf den letzten Drücker irgendwas gekauft, bevor ich den Kartoffelsalat für die Grillparty abgeholt habe.“

Also, meine lieben Leser, setzen Sie dem Wahnsinn ein Ende. Schenken Sie etwas persönlicheres, etwas Intimeres. Verflucht, ein schlecht gekritzeltes Gedicht auf einer Serviette hat mehr Herz und Seele als ein lächerlicher Wunschgutschein. Das nächste Mal, wenn sie dir dieses Stück ignoranten Papiers geben, betrachte es als das Zeichen, das es ist – ein ultimatives Signal dafür, das sie dich nicht wirklich kennen oder sich einfach nicht wirklich die Mühe gemacht haben.

Oder, weißt du was? Schenk‘ ihnen einfach einen Wunschgutschein. Denn nichts sagt Ich kenne dich auch nicht so deutlich wie ein Stück Karton mit einem generischen Motiv und einer zufälligen Summe, die deutlich macht, wie wenig sie dir eigentlich wert sind.

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