Satire

Die heitere Enträtselung des Esprits: Eine Satire auf die Intellektuellen

Die fatale Obsession mit ‚Esprit‘: Ein satirischer Blick auf Fashionista-Snobismus

Es gibt viele Wörter, die verwendet werden, um Mode zu beschreiben – schick, trendig, avantgardistisch und natürlich ‚Esprit‘. Dieser Name, der so verführerischer klingt als frischer Mokka am Morgen, bezeichnet eigentlich nur ein weiteres Klamottenlabel. Aber in unserer obszön modebesessenen Gesellschaft wird er oft benutzt, um etwas Hochtrabenderes auszudrücken, als es das Etikett in deinem Pullover jemals könnte.

‚Esprit‘, das sind raffinierten Strickwaren und ‚lässig chic‘ Hoodies, puffärmelige Blusen und rote Lederhosen. Das ist die Welt von den Menschen, die sagten: „Wir nehmen anschmiegsamen Chambray und schaffen damit modische Meisterstücke, die selbst ein Commonwealth-Supermodel vor Neid erblassen lassen“. Die Marke hat diesen Status erreicht, indem sie konsequent die modischen Trittbrettfahrer aller Altersgruppen drangsaliert hat. Und anscheinend machen sie das ziemlich erfolgreich: Esprit ist zu einer Referenz auf den Laufstegen der Berlinale und in der Umkleidekabine deiner örtlichen Yoga-Studios geworden.

Erlauben Sie mir, die Lodge des Modebewusstseins zu betreten und der sogenannten „Esprit mentality“ eine bitter-süße Hommage zu widmen. Denn nichts drückt die unbeschwerte Live-your-life-Attitude und den modischen Wagemut mehr aus, als sich in ein pessimistisch pflaumenfarbenes Sweatshirt von Esprit zu hüllen.

Beginnen wir mit den Designs. Die meisten ‚Esprit‘-Kleidungsstücke sehen aus wie von einem betrunkener Mandalorianer designt, der, obwohl er einen überraschend scharfen Sinn für Farbkombinationen hat, noch nie ein Textilwerkzeug in der Hand hatte. Hemden würden als spreadsheets für ein Militärangriff dienen, Hosen sind so eng geschnitten, dass man ‴Dich-werde-ich-auf-der-Kaffeemaschine-tragen” schon fühlen kann.

Nimm zum Beispiel die berüchtigten ‚Esprit‘ Pullover-Kleider – großzügig geschnitten und in den Farben einer Waschmaschine vor ihren letzten Atemzug. Diese Kleider scheinen aus dem Vertigo des Modehimmels herabzusteigen und sagen: „Ja, klar, du kannst diesen sensationell teuren Textil-Klotz tragen, der aussieht wie ein recycelter Sauna-Vorhang.“

Die tiefgründige psychologische Frage lautet: „Warum ziehen wir uns so an?“ Ein Esprit-Fanatiker würde sagen: „Um Ausdruck von Individualität zu sein.“ Aber ist es das wirklich? Oder ist es doch nur eine ästhetische Affäre zwischen Mensch und Midi-Kleidchen, die durch anhaltenden emotionalen Komplex und tief verwurzelte Unsicherheit genährt wird?

Dann gibt es noch die ‚Esprit‘-Accessoires. „Du trägst deine Kette wie eine Trophäe und deine Uhr wie ein Schwert“. Der einzige Unterschied ist, dass im Fall einer ‚Esprit‘ Uhr, sie viel wahrscheinlicher wie ein Panzer aussieht und wahrscheinlich auch so viel wiegt. Halsketten haben scharfe Kanten, so dass du dich – falls du den Drang verspürst – mühelos besiegen kannst.

Oh, und preislich … nun ja, lassen Sie mich Ihnen sagen, wenn Sie dachten, dass Apple teuer ist, dann haben Sie noch nie versucht, ein ‚Esprit‘ Outfit zusammenzubauen. Ein seidenes ‚Esprit‘-Hemd könnte Sie genauso viel kosten wie eine kreisförmige Reise durch Europa.

Es scheint, dass dieser Trend nicht so schnell verschwinden wird, insbesondere angesichts der Tatsache, dass ‚Esprit‘ kürzlich eine Kollektion namens „Dusty desert“ herausgebracht hat. Man könnte meinen, dies wäre ein Hauch von Trockenheit, Offenheit und erfrischender Einfachheit. Aber nein. Vielleicht sollte es „Trockenhumor“ heißen, denn was wir bekommen, sind Steingraue Trenchcoats und Schokoladenbraune Babydoll-Kleider, die genauso gut aus der 80er-Jahre-Dystopie stammen könnten.

Fazit? Die Mode ist ein seltsames Wesen. Sie verschlingt uns mit ihren koketten Augen und ihren geschmeidigen Fingern und lässt uns glauben, dass wir auch nur einen Hauch von Einzigartigkeit besitzen, weil wir ein überteuertes Shirt gekauft haben. ‚Esprit‘ lässt Sie das glauben. Es gibt Ihnen das Gefühl, in der Welt einen Unterschied zu machen, zumindest durch den modischen Ausdruck.

Die Ironie an ‚Esprit‘? Es ermutigt dich, „einfach du selbst zu sein“ und dann sagt es: „Nimm dies, ein metallgrauer Body zum Preis eines SUVs und zeig der Welt, wer du wirklich bist!“. Etwas für jeden, aber alles kommt – wie so vieles im Leben – mit seinem Preis. Wie tief bist du bereit, in die Tasche zu greifen für ein Stück „Esprit“?

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