Satire

Von Aspirin bis Zinksalbe: Eine komische Reise durch das Apotal Labyrinth

„Eine Apotheke, die nicht mal weiß, wie man Apotheke schreibt.“ Diesen Gedanken hatte ich, als ich das erste Mal von Apotal, dem Online-Riesen der Pharmabranche, hörte. Ich meine, was ist das denn für ein Name? Bei „Apotal“ denke ich spontan eher an einen Talbewohner aus „Der Herr der Ringe“, der einen Preis für aphoristische Ergüsse gewinnt. Aber nein, meine Lieben, halten Sie sich fest: Es handelt sich tatsächlich um eine Online-Apotheke. Einen Ort, an dem man Vertrauen haben sollte. Macht Sinn, nicht?

Es ist schon erstaunlich, dass eine Firma, welche etwa 35 % ihres Geschäfts mit rezeptpflichtigen Medikamenten macht, sich einen Namen gibt, der an einen Online-Glücksspielanbieter erinnert. Oder an eine obskure Fachhochschule für Leute, die unbedingt einen Bachelor in Kräuterheilkunde haben wollen. Und dann dieser Slogan: „Apotal – Ihre günstige Versandapotheke.“ Das ist so sexy wie eine Tupperparty mit Angela Merkel.

Wen wundern da noch die Rubriken im Online-Shop? Man hat die Wahl zwischen „schnupfen“, „ohren & augen“ oder „sport & fitness“. Interessanterweise gibt es dort weder eine Rubrik „Literatur“ noch „Kultur“ für die viel besseren Medikamente gegen das alltägliche Seelenweh.

Was passiert eigentlich, wenn ich in der Suchleiste „Steak Messer“ eingebe? Werde ich dann auf die Website von IKEA umgeleitet oder bekomme ich ein Rabattangebot für Omega-3-Fischöl? Ich habe es ausprobiert und lediglich eine absurd teure Anti-Heuschnupfenpille vom internationalen Medikamentenkartell vorgeschlagen bekommen. Wunderbar, danke Apotal!

Übrigens: Wer bei Apotal eine Mail-Adresse hinterlässt, wird mit unwiderstehlichen Angeboten bombardiert. Da kommt Freude auf, wenn man morgens seinen digitalen Briefkasten öffnet und 37 neue Mails von Apotal vorfindet, allesamt mit dem selben Betreff: „Günstige Medikamente und Gesundheitsprodukte für Sie“. Und ja, ich habe meinen Spam-Ordner geprüft. „Liebe Apotal, hierzu ein kurzes ‚Nein Danke!’“, schicke ich dann als Antwort zurück.

Doch bei all dem Spott bleibt eine ernste Frage: Wie gut ist Apotal wirklich? Wie seriös kann eine Firma sein, die scheinbar mehr Zeit auf Marketing-Tricks verwendet, als auf die Überprüfung der gelieferten Medikamente? Ich war immer der Meinung, dass Gesundheit nicht einfach etwas ist, das man in den Warenkorb legt, zur Kasse geht und dann per Mausklick kauft. Oder irre ich mich da?

Und dann diese Verkaufspolitik: „Oh, Sie haben 6 Artikel für 30 Euro im Warenkorb? Na dann werfen wir noch einen 7. dazu, weil wir unsere Kunden so sehr lieben.“ Toll, jetzt habe ich also sieben Pillendosen und frage mich, ob ich die alle nehmen soll oder ob das nur ein subtiler Weg ist, mich ins Jenseits zu befördern.

Liebe Apotal, eine gute Apotheke erkenne ich nicht an den günstigen Preisen oder der Anzahl der Spam-Mails, sondern daran, ob mir die Medikamente gut tun. So, jetzt habe ich es gesagt! Übrigens, liebe Leser, können Sie mir einen guten Tipp geben, wie ich diesen verdammten Ohrwurm loswerde? „Apotal, Ihre günstige Onlineapoooooothekeee …“ Verdammt!

Fassen wir also zusammen: Bei Apotal kaufen wir nicht einfach Medikamente – nein, wir nehmen an einem kafkaesken Experiment teil, in welchem wir mit ungewollten Mails bombardiert werden, unsere tiefsten körperlichen Leiden in eine Suchleiste tippen und hoffen, dass das Päckchen mit den Heilmitteln nicht vom Zoll abgefangen wird.

Ich bin sicher, dass viele von Ihnen bereits gute Erfahrungen mit Apotal gemacht haben – aber wenn Sie ehrlich zu sich selbst sind: Würden Sie das auch sagen, wenn wir in einer Bar säßen und zufällig in ein Gespräch über Apotal geraten würden? Interessant, nicht wahr? So, das waren meine zwei Cent. Bis zur nächsten Dosis, äh, ich meine, zum nächsten Rant.

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