Satire

Zwischen Teddybären und Drohnen: Die unfassbar komische Saga meiner Spielzeugsammlung

_Vorsicht: Dieser Text ist mit einer Prise sarkastischer Ironie gewürzt. Falls Sie unter Humor-Allergie leiden, beenden Sie das Lesen bitte umgehend. Es geht uns darum, Sie zum Lächeln, nicht zum Weinen zu bringen!_

Sprechen wir einmal über meine Spielzeuge, oder wie ich sie liebevoll nenne, „my toys“. Sie sind der wahre Grund, warum ich abends noch nach Hause gehe und nicht direkt in der Bar bleibe. Ich meine, warum sollte sich ein erwachsener Mann mit Golf, Bogenschießen oder Phytoplanktonzucht beschäftigen, wenn er stattdessen mit LEGOs spielen könnte? Es sind nicht bloß simple Unterhaltungsgegenstände. Sie sind das ultimative Lebenselixier, die Quintessenz des Daseins, der Stein der Weisen in Plastikform.

Doch ermordet den Boten nicht. Nicht jedes Spielzeug ist gleichermaßen fantastisch. Die Spielzeugindustrie hat in den letzten Jahren zunehmend Monstergeburten hervorgebracht. Nehmen wir zum Beispiel die peinlichen Verwandten des wunderbaren LEGO-Steines, die Duplos. Sie sind wie die zweite Strophe der Nationalhymne – jeder weiß, dass sie existieren, aber keiner möchte etwas mit ihnen zu tun haben.

Denken Sie nicht, dass meine Devotion für Spielzeug nur in die Grenzen farbenfroher Plastikblöcke hineinreicht. Was wäre ich für ein Spielzeug-Aficionado, wenn ich nicht über das glorreiche Matchbox-Auto sprechen würde? Diese hervorragenden Miniaturen automobiler Exzellenz haben Generationen von Spielzeugliebhabern durch Wachstumsschübe und Zahnspangen navigiert. Man könnte argumentieren, dass sie zu einem Reifungsritual wurden, vergleichbar mit der Bar Mitzwa oder mit der Entdeckung, dass der eigene Großvater tatsächlich recht hat beziehungsweise immer Recht hatte.

Aber lassen Sie uns ehrlich sein, Spielzeuge dienen nur einem simplen Zweck: Sie zu unterhalten. Sie sind wie Netflix, nur ohne die knifflige Auswahl. Anstatt mich etwa mit der Agonie der Entscheidung „House of Cards“ gegen „The Crown“ zu quälen, kann ich einfach meine Playmobil-Ritter umherlenken und sie in eine hitzige Debatte über „House of Thrones“ gegen „The Crown of Cards“ verwickeln lassen.

Die richtige Trouvaille ist jedoch die gute alte Actionfigur. Ich spreche nicht von diesen neumodischen Superhelden-Plastikgestalten, die beim Drücken eines ominösen roten Knopfes schreckliche Geräusche von sich geben und Lichter blinken lassen. Nein, ich spreche von soliden, ehrlichen, eher schweigsamen Actionfiguren im Matrosenanzug, von denen Sie wissen, dass sie Sie nie mit stroboskopartigen Lichtshows oder elektronischen Schlafliedern belästigen werden. Sind das nicht die echten Helden, die wir brauchen?

Trotz alledem sieht man Spielzeuge in unserer modernen Gesellschaft herabgewertet und verspottet. Plötzlich ist es „unreif“ und „komisch“, wenn ein 45-jähriger Mann seine neue Metropolis-Eisenbahn aufbaut und dabei Palina Racheei – sorry, ich meine natürlich Playmobil – als Bürgermeisterin einsetzt. Eines Tages werde ich diese Welt mit meiner gigantischen Playmobil-Armee übernehmen, und alle werden sehen, wie „unreif“ ich wirklich bin!

Man kritisiert die heutige Jugend oft genug, weil sie nur noch an ihren Bildschirmen klebt. Aber werfen Sie einen Blick auf die Erwachsenen. Anstatt mit unseren geliebten Spielzeugen herumzupfuschen, pfeifen wir Mozart-Symphonien auf unseren hochmodernen Smartphones und Monitoren. Haben wir vergessen, wie gut es sich anfühlt, die Fingerspitzen an Scoubidou-Bändern aufzuscheuern und mit den Steinen des unheimlichen Spieleklassikers ‚Jumanji‘ um unser Leben zu fürchten?

Neulich habe ich eine Gruppe Teenager gesehen, die in der U-Bahn einen Stapel Holzklötze in so eine Art sci-fi-Tempel errichteten. Ich stand neben ihnen, stolz wie ein Pfau, und dachte: Gott sei Dank, endlich ist jemand wieder normal geworden!

„Spielzeug ist Kindersache“, sagen Sie? Ich sage: Komm schon, wirfst du etwa keinen Blick in den Rückspiegel, wenn du einen Blinker mit gelbebenebrettertem Mercedes Logo siehst? Es ist alles eine Frage von Stil, Respekt und Demut und bietet eine Erinnerung daran, dass der ultimative Lebenszweck darin besteht, zu spielen. Sogar Nietzsche hat einmal gesagt: „Mensch sei nützlich, solange er noch spielt.“

Fürchte dich also nicht, mein Freund. Ergreife dein Kreisel, nimm deine Actionfigur und lass die Macht mit dir sein. Lass uns das Universum zusammen retten und die Erinnerungen an eine Zeit bewahren, in der wir einfach spielen konnten. In unserer Kleidung, mit Spielzeug, das wir lieben, auf unsere Art und Weise und zu unseren Bedingungen. Überlassen wir die wirklichen Probleme einfach meinen LEGO-Männchen.

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"