ChronikWirtschaft

Bauernbund fordert Maßnahmen gegen Tierqual in Putenfleisch-Skandal

Eine Recherche der Initiative „Oekoreich“ hat aufgedeckt, dass das Putenfleisch eines ausländischen Herstellers, das in österreichischen Supermärkten verkauft wird, mit der umstrittenen Praxis des „Toe Trimmings“ behandelt wird. Dabei werden den Küken kurz nach dem Schlüpfen die Krallen weggeschmolzen, um Verletzungen der Tiere untereinander zu verhindern. In Österreich ist diese Praxis gesetzlich verboten, in anderen EU-Ländern jedoch nicht.

Der Bauernbund, die Geflügelwirtschaft Österreich (GWÖ) und die ARGE Pute Österreich (APÖ) haben daraufhin einen 3-Punkte-Plan entwickelt, um die heimische Produktion zu stärken und Tierleid zu vermeiden. Der Plan beinhaltet die Forderung nach einem EU-weiten Verbot des „Toe Trimmings“, eine Angleichung der Haltungsstandards und eine durchgehende Herkunftskennzeichnung von Frischfleisch im Handel.

Die österreichischen Putenmästerinnen und -mäster produzieren unter strengeren Auflagen als in anderen EU-Ländern, was sie wirtschaftlich benachteiligt. Der Selbstversorgungsgrad bei Putenfleisch in Österreich liegt bei 51 Prozent, doch im Supermarkt findet man oft nur wenig heimisches Putenfleisch. Ein vollständiges Auslisten von Produkten, die unter Tierqual-Bedingungen hergestellt wurden, wird gefordert.

Des Weiteren sollte die gesetzliche Lücke geschlossen werden, dass unverpacktes Putenfrischfleisch in der Theke nicht gekennzeichnet werden muss. Um die heimische Produktion zu unterstützen, sollen außerdem Maßnahmen zur Steigerung des Österreich-Anteils bei der öffentlichen Beschaffung von Lebensmitteln ergriffen werden.

Die Initiatoren des 3-Punkte-Plans betonen, dass das AMA-Gütesiegel den Konsumentinnen und Konsumenten bereits die Sicherheit bietet, dass das Putenfleisch nach europaweit höchsten Qualitätsstandards hergestellt und transparent kontrolliert wurde. Neben der Umsetzung des 3-Punkte-Plans soll das AMA-Gütesiegel weiter ausgebaut werden, um die heimische Qualität angemessen zu würdigen.

Tabelle:

Maßnahme Ziel
EU-weites Verbot des „Toe Trimmings“ Verbesserung des Tierschutzes
Angleichung der Haltungsstandards Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Putenmäster
Durchgehende Herkunftskennzeichnung von Frischfleisch im Handel Transparenz für die Konsumentinnen und Konsumenten
Steigerung des Österreich-Anteils bei der öffentlichen Beschaffung von Lebensmitteln Stärkung der heimischen Produktion


Quelle: Bauernbund Österreich (BBÖ) / ots

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