Die Valepp, ein beliebtes Ziel für Naturfreunde, könnte schon bald wieder Zugang zu einer öffentlichen Verkehrsmittelanbindung erhalten. Ein Runder Tisch im Landratsamt Miesbach hat erste Schritte zur Verbesserung des Linienbusverkehrs diskutiert.
Wichtige Zukunftsdebatte
Die Diskussion über den Linienbusverkehr in die Valepp ist nicht nur für die Region von Bedeutung. Die Valepp, umgeben von einer malerischen Landschaft mit Wäldern und Gebirgen, zieht zahlreiche Wanderer und Radfahrer an. Die Schließung des Busverkehrs im Juli 2023 hat jedoch Fragen zur Erreichbarkeit des Gebiets aufgeworfen. Ein Runder Tisch, an dem Vertreter der Kommunen, Naturschutzverbände und private Investoren teilgenommen haben, hat sich am Montag mit dieser Thematik beschäftigt.
Betriebsprobleme und Nachfrage
Der Regionalverkehr Oberbayern (RVO) hat den Betrieb der Buslinie nach Valepp aufgrund von Personalmangel und mangelhafter Nachfrage eingestellt. Im Rottacher Gemeinderat berichtete Bürgermeister Christian Köck, dass die Einstellung des Verkehrs auch die touristische Entwicklung in der Region beeinträchtigen könnte. Laut Köck sind die Fahrgastzahlen verschwindend gering, was die Wirtschaftlichkeit der Busverbindung in Frage stellt.
Zielsetzungen des Runden Tisches
Ziel des Runden Tisches ist es, konkrete Daten über die Besucherzahlen und -ströme zu erheben. Diese Informationen sollen bis zum Winter gesammelt werden, um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Landrat Olaf von Löwis betonte, dass es wichtig sei, zunächst eine detaillierte Übersicht zu erhalten, bevor man Lösungen diskutieren kann. Der RVO hat bereits signalisiert, dass er keine neue Konzession beantragen wird, falls sich die Wirtschaftlichkeit der Linie nicht verbessert.
Eröffnung des Forsthauses: Chance für die Region?
Ein Lichtblick für die Valepp könnte die bevorstehende Eröffnung des Forsthauses Valepp im August 2024 sein, für die Investoren Johannes Rabl und Fußball-Star Manuel Neuer sechs Millionen Euro in Sanierungsmaßnahmen investiert haben. Das Forsthaus soll vor allem Wanderer und Naturliebhaber anziehen, wobei laut Plan nur eine limitierte Anzahl von Fahrzeugen Zugang haben wird. Um die Erreichbarkeit für die Besucher zu gewährleisten, könnte eine Wiederbelebung des Linienbusverkehrs notwendig sein.
Konflikt zwischen Naturschutz und Tourismus
Die Diskussion um die Busverbindung ist eingebettet in einen größeren Konflikt zwischen Naturschutz und den Wirtschaftsinteressen des Tourismus. Während die Bürgermeister und Naturschutzvertreter den privaten Verkehr in der landschaftlich sensiblen Gegend eindämpfen möchten, sind sie auch darauf angewiesen, dass ausreichend öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen. Kritik an den Investoren des Forsthauses kam ebenfalls auf, die sollen sich stärker an den Finanzierungskosten der Busverbindung beteiligen.
Ein Ausblick auf zukünftige Schritte
Die im Runden Tisch besprochenen Maßnahmen zeigen, dass man sich der Herausforderungen bewusst ist, vor denen die Region steht. Im Winter sollen die gesammelten Daten ausgewertet werden, um den Bedarf für eine mögliche Wiederaufnahme des Busverkehres zu überprüfen. Es bleibt abzuwarten, ob die geplanten Schritte die notwendige Unterstützung finden, um die Valepp weiterhin als attraktives Ziel für Naturfreunde zu erhalten.
– NAG