Fleischsteuer: Höhere Preise für die Umwelt - Gut oder schlecht?
Am 21.01.2026 wird diskutiert, wie eine höhere Mehrwertsteuer auf Fleisch den Konsum reduzieren und Umwelt schädigen könnte.

Fleischsteuer: Höhere Preise für die Umwelt - Gut oder schlecht?
In Deutschland wird der Genuss von Fleisch und Wurst hoch angesehen. Die Bundesbürger konsumieren im Durchschnitt mehr als ein Kilo Fleisch pro Woche, was weit über der empfohlenen Menge von maximal 300 Gramm pro Woche liegt. Dies hat nicht nur gesundheitliche, sondern auch erhebliche Auswirkungen auf unsere Umwelt. Laut dem MDR ist die Fleischproduktion für einen beachtlichen Teil der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich und trägt zur Übernutzung landwirtschaftlicher Flächen bei, die für die Produktion von Futtermitteln benötigt werden.
Ein hauptsächlicher Vorschlag von Klimaforschern ist die Abschaffung der ermäßigten Mehrwertsteuer auf Fleischprodukte. Aktuell wird in Deutschland, wie in vielen anderen EU-Ländern, ein reduzierter Steuersatz von nur 7% auf Fleisch erhoben. Anstattdessen wird überlegt, diesen auf 19% zu erhöhen. Diese Maßnahme könnte nicht nur den Fleischkonsum reduzieren, sondern auch umweltschädliche Praktiken verringern. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer könnte private Emissionen um etwa 5% senken, wie die Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung aufzeigt. Es ist eine weitere Möglichkeit, die Kosten für die Umwelt besser in die Preise zu integrieren.
Wie die Forschung und Wissen berichtet, würde eine solche Erhöhung den durchschnittlichen jährlichen Haushaltsaufwand für Ernährung um etwa 109 Euro steigern, wobei langfristig die Netto-Kosten nur bei 26 Euro liegen würden, sofern Rückzahlungen der Mehreinnahmen durch den Staat erfolgen. Das sind durchaus erträgliche Belastungen im Verhältnis zum positiven Effekt auf die Umwelt.
Ein Blick auf die Zahlen
Die Fleischproduktion hat in den letzten Jahrzehnten dramatisch zugenommen. Im Jahr 2022 wurden global 360 Millionen Tonnen Fleisch produziert, mit Prognosen, die bis 2050 einen Anstieg auf 455 Millionen Tonnen vorsehen. In Deutschland beträgt der jährliche Fleischverbrauch pro Person im Schnitt 52 kg, mehr als dreimal so hoch wie die Empfehlungen. Besonders klimaschädlich sind Rinder, deren CO₂-Ausstoß laut einer Studie des Bard College bis zu 40-mal höher ist als bei anderen Proteinquellen. Ein Viertel der eisfreien Erdoberfläche wird für die Viehwirtschaft genutzt, was auch zur Abholzung in sensiblen Regionen wie dem Amazonas beiträgt.
- 18% der Treibhausgasemissionen stammen aus der Fleischproduktion.
- Die Produktion tierischer Lebensmitteln benötigt zwei Hektar Futterfläche für jeden Hektar pflanzlicher Nahrungsmittel.
- Der ökologische Fußabdruck der Ernährung hat einen signifikanten Einfluss auf Wasser- und Landverbrauch sowie Biodiversitätsgefährdung.
Ein Umdenken ist nötig
Die Diskussion über den Fleischkonsum und dessen Auswirkungen auf die Umwelt wird zunehmend lauter. Ernährungswissenschaftler empfehlen eine bewusste Reduzierung des Fleischkonsums, um sowohl das Klima zu schützen als auch die eigene Gesundheit zu fördern. Eine ausgewogene Ernährung, die weniger tierische und mehr pflanzliche Lebensmittel beinhaltet, könnte nicht nur helfen, den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern, sondern auch die Landwirtschaft in eine umweltfreundlichere Richtung zu lenken. Der NABU betont, dass biozertifizierte Produkte oft eine bessere Klimabilanz aufweisen und die Förderung regionaler und saisonaler Produkte sinnvoll wäre.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Umdenken in der Ernährungsweise notwendig ist. Eine Anpassung der Mehrwertsteuer könnte ein entscheidender Schritt sein, um den Fleischkonsum zu reduzieren und damit positive Klimaeffekte zu erzielen. Um die Herausforderungen zu bewältigen, stellen sich Verbraucher und Politik im Hinblick auf eine nachhaltige und gesunde Ernährung der Zukunft.