VfL Wolfsburg: Klimaziele verfehlt – Fans sollen umdenken!
VfL Wolfsburg verfehlt Klimaziele; Fans aufgefordert, umweltfreundlicher zu reisen. DFL plant strengere Nachhaltigkeitsvorgaben.

VfL Wolfsburg: Klimaziele verfehlt – Fans sollen umdenken!
Der VfL Wolfsburg hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt, doch die Realität sieht anders aus. Laut einem Bericht von NDR hat der Club bis lang nicht die gewünschte CO2-Reduktion von 37 % bis Ende 2025 erreicht, sondern lediglich 21 %. Umso bemerkenswerter ist, dass trotz dieser Rückschläge der Nachhaltigkeitsbeauftragte Nico Briskorn mit den bisherigen Fortschritten zufrieden ist. Dabei waren die ursprünglichen Klimaziele von 2020 ehrgeiziger formuliert, wurden jedoch als missverständlich kritisiert.
Ein zentraler Baustein der Strategie ist die Reduzierung des CO2-Ausstoßes im Kontext des Pariser Klima-Abkommens. Der angestrebte jährliche Rückgang von 6,45 % ist notwendig, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) lobt die Bemühungen des VfL, kritisiert jedoch die unrealistischen Anfangsziele. Im Bereich der direkten Einflussnahme erzielt der Club Einsparungen von 43 %, während im Energiebereich durch den Einsatz von Ökostrom und effizientem Verbrauchsmanagement sogar 58 % Einsparungen möglich sind.
Herausforderung Mobilität
Ein großes Problem für den VfL Wolfsburg sind die Emissionen, die aus der Mobilität resultieren. So entfällt auf die An- und Abreise der Fans ein gewaltiger Anteil der CO2-Emissionen, geschätzt zwischen 70 und 80 %. Die DUH fordert eine Reduzierung der Parkmöglichkeiten, um die Fans zu umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln zu bewegen. Allerdings sieht der VfL Wolfsburg derzeit keine verpflichtenden Maßnahmen vor, sondern setzt auf Überzeugungsarbeit.
Die Stadioninfrastruktur selbst nimmt ebenfalls Einfluss auf die Umweltbilanz. Die Volkswagen Arena benötigt nicht nur Energie für Beleuchtung und Klimaanlage, sondern auch große Wasser-Mengen für die sanitären Einrichtungen und zur Spielfeldbewässerung. Zudem verursacht ein Spiel vor 30.000 Fans erhebliche Mengen Abfall, was die ökologische Bilanz weiter belastet. Ziel ist es, die Umweltauswirkungen schrittweise zu reduzieren, indem der Club mit verschiedenen Partnern zusammenarbeitet.
Engagement über das Spielfeld hinaus
Darüber hinaus investiert der VfL in einen Klimafonds des NABU, der die CO2-Speicherung durch Moorwiedervernässung fördert. Geplant sind auch weitere Aktionen, um die Fans noch stärker für das Thema Klimaschutz zu sensibilisieren. Die Eco- und Nachhaltigkeit-Initiativen stoßen auch in weiteren Teilen des Fußballs auf Resonanz. So unterstützt der DFB mit dem Projekt „NKI: Klimaschutz im Amateurfußball“ Vereine dabei, ihre eigenen Umweltbilanz zu verbessern, was die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit im gesamten Sport unterstreicht. Informationen und Hilfestellungen hierzu sind auf der Website des DFB zu finden.
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) plant, ab der kommenden Saison die Vorgaben zur Nachhaltigkeit zu verschärfen. Clubs, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, riskieren sogar den Lizenzentzug. Der Druck auf den VfL Wolfsburg wird damit steigen, seinen Kurs im Hinblick auf Klimaschutz und Umweltschutz nachhaltig zu verbessern.